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Bundesverband Seniorenberater e. V. (BVS) unterstützt Initiative der Familienministerin zum Anspruch auf Pflege-Teilzeit
5.3.2010 von admin.
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Der “Bundesverband Seniorenberater e. V.” unterstützt die Initiative von Familienministerin Kristina Schröder (CDU), die einen Rechtsanspruch auf zweijährige Pflege-Teilzeit bei der Pflege von Angehörigen durchsetzen möchte.
Nach den Plänen Schröders sollen pflegende Angehörige zwei Jahre lang 75 Prozent ihres Gehalts ausgezahlt bekommen, obwohl sie nur 50 Prozent arbeiten. Wer nach Ablauf der zwei Jahre wieder voll in den Beruf einsteigen will, soll zunächst weitere zwei Jahre bei einem Gehalt von 75 Prozent arbeiten, bis das Gehalts- und Arbeitszeitkonto wieder ausgeglichen ist. Dabei will die Familienministerin den Anspruch nicht nur an die Pflege von Eltern binden, sondern neben den Kindern auch auf andere Angehörige ausweiten.
Der BVS unterstützt diese Iniative, um das demografische Problem und dessen Folgen augenfälliger in das Bewusstsein der Menschen zu bringen. Die Familien mit zu pflegenden Angehörigen gehören mit dieser und ähnlicher Initiativen stärker unterstützt, um Beruf und Pflege besser vereinbaren zu können, sowie die finanzielle Basis der Familien zu erhalten.
Der Kerngedanke dieser auf insgesamt vier Jahre gestreckten Pflege-Teilzeit schärft auch das Erfordernis einer kapitalgedeckten Absicherung über eine Pflegerentenversicherung. Die löbliche Initiative der Bundesministerin schafft lediglich einen Rechtsanspruch auf Pflege-Teilzeit und schafft Rahmenbedingungen im Miteinander von Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Doch diese 75%-Regelung bedeutet für die Betroffenen einen empfindlichen Einkommensnachteil sowohl im monatlichen Budget wie auch bei der späteren Rente. Denn wer nur 75 % seines Einkommens erhält, hat weniger Geld in der Tasche und zahlt weniger in die Rentenkasse ein. Damit wird das finanzielle Risiko deutlich stärker auf die Familie verlagert, die ihrerseits Vorsorge für diesen Fall treffen muss. Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt bereits heute weniger als notwendig, um einen Pflegefall in der Familie finanziell auffangen zu können. Kommt dann noch der Einkommensverlust hinzu, wird es für manche Familien eng, ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen zu können. Der Vorschlag der Familienministerin Schröder geht in die richtige Richtung und sollte durch flankierende Maßnahmen begleitet werden. Diese sind beispielsweise eine kapitalgedeckte Pflegerentenversicherung, die den Einkommensverlust des Pflegenden auszugleichen helfen kann. Die überwiegende Mehrheit der Pflegenden sind enge Familienangehörigen. Doch wer keine eigenen Kinder hat und auf ferner verwandte Familienmitglieder angewiesen ist, sollte zumindest Eigenvorsorge treffen, diese finanziell zu entschädigen.
Leider zeigt die kontroverse Debatte, dass es einigen Politikern nur darauf ankommt, möglichst viel Schaden für die Regierungsparteien anzurichten. Es wird nicht danach gefragt, ob ein Grundmodell stimmig ist und strittige Details verhandelbar sind. Offenbar ist in Deutschland Politik, eine neue Idee innerhalb weniger Stunden zu zerpflücken, um einige Pluspunkte für nahe Landtagswahlen zu sammeln. Dieses teilweise an Unverschämtheit grenzende Gezeter trifft nicht nur die Ministerin, sondern auch insbesondere die Angehörigen, die die belastende Aufgabe auf sich nehmen. Wer gegen diese aufopfernde Gruppe derer streitet, die freiwillig Arbeit und Gehaltsverzicht auf sich nehmen, der traut ihnen offenbar nicht zu, aus freien Stücken und reiner Herzensliebe nahe Menschen zu betreuen. Doch wer sich vergegenwärtigt, dass die Zahl der Pflegebedürftigen rapide steigt und eine professionelle Pflege nicht mehr bezahlbar sein wird, der sollte jeden politischen Vorstoß unterstützen und ihn nicht allein aus politischen Gründen kleinreden.
Der Bundesverband Seniorenberater e. V. sieht diesen Vorsotß von Familienministerin Kristina Schröder als soliden Auftakt zu einer wichtigen und längst überfälligen Debatte.
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